18. Mai 2010

tag 254: 18.05.2010

Spaeter am Abend...

nach dem Telefonat mit meiner Mutter hatte ich wenig Zeit zum reflektieren (zum Glueck), denn Carroll kam direkt um mich fuer die anstehende Chorprobe in Manhattan abzuholen. Gott... es haette keinen besseren oder schlechteren Zeitpunkt fuer den Chor geben koennen. Ich bin ja nur noch wegen ihm hier und sollte ein Ehrenmitglied werden...
Ich durfte meine Geschichte noch ein paar Mal erzaehlen... inzwischen habe ich kurze knackige Zusammenfassung drauf. Die Meisten reagieren mit Entsetzen aber Wenige nehmen es positiv, meinen es sei immerhin eine Erfahurng und ich sollte die letzte Woche hier geniessen. Schwer nachvollziehbar...
Mein Kopf war leer. Wirklich leer. Ich hatte keinen Gedanken an nichts mehr. Die Proben waren nur wenig zufriedenstellend und sehr anstrengend. Erst als der Startenor Kodaly sang konnte ich ein bisschen in die Musik eintauchen. Das Stueck ist ueber die letzte Woche wirklich das praegende fuer diese Situation geworden. Verrat, Wut, Verzweiflung, Hass, Rache und.... naja... Genugtuung und Erloesung. Den Anfang kann ich immerhin nachvollziehen und ich singe hier wirklich meine eigene Geschichte. Das Ende ist noch offen.
Carroll und Kevin luden mich danach noch auf einen Tee zu Keksen ein. Ach das war wirklich nett... elterliche Fuersorge und Verstaendnis...

Es ist fuer mich nicht vorstellbar wieder ein normales Leben zu fuehren, so sehr setzt mir das Ganze zu. Nicht nur was gerade passiert ist, sondern die ganzen letzten Monate, die von dauernden Ups and Downs gepraegt waren. Ich habe das Gefuel mich ganz verloren zu haben und kann mir kaum vorstellen, dass die Phase ein Ende haben soll....

Ab ins Bett, Nina

Gespraech mit der Programmdirektorin

Ich will nicht mehr!

Okay... genug. Es reicht einfach. Heute fuehle ich mich wieder so zerschmettert.... ich habe auf Facebook meine Geschichte publik gemacht und jede Menge unterstuetzende Kommentare bekommen. Ich habe so viel Aufmerksamkeit erregt, dass sich sogar die Frau Programmdirektorin hoechstpersoenlich gemeldet hat. Sie schrieb, dass ich sie anrufen sollen wenn ich mit ihr reden moechte. Aha! Also erstmal warum sollte ich denn mit ihr reden wollen? Und zu erwarten dass ich die anrufe da ich ja ein Telefon und Geld fuer Telefonkarten habe war ja dann noch die Frechheit obenaus. Ich gab ihr meine Nummer und sie solle gefaelligst mich anrufen, denn ich hatte wenig Lust mich durch all die Servicescheisse durchzuwaehlen. Irgendwann dann... rief sie tatsaechlich an.

Okay... "Erzaehl mir mal deine Geschichte, Nina". Wer hat dir bitte sehr erlaubt mich Nina zu nennen? Und wie "meine" Geschichte aussieht habe ich dir in schriftlicher Form schon tausend Mal geschickt. Aber sei es drum. Ich fing ganz vorne an: freiwilliger Abbruch wegen gesundheitlichen Problemen. Rueckflug buchen. Rausschmiss der Familie wegen sogenannter Sicherheitsprobleme. Drohung der Agentur mich aus dem Programm zu werfen, wenn ich ihren Flug nicht annaehme. Fluege checken. "Angebot" ablehnen. Rauswurf aus dem Programm. Verlust von Visum und Versicherung. Obdachlos.

Und nun fing die Tussi an zu labern. 10 Minuten lang laberte die, ohne dass ich ein Wort dazwischen sagen konnte. Ich hielt das Telefon schon gar nimmer an mein Ohr so sehr hat mich ihr Geschwafel genervt. Und dann stellt die mir lauter suggestiv Fragen: "Du gibst also zu, dass du den Kindern scharfe Speere gemacht hast, mit denen sie sich haetten ernsthaft verletzen koennen? Du gibts also zu, dass die Familie dir damals gesagt hatte du sollst die Fenster schliessen?..." Glauben die ich bin bloed? Ich hab der Kuh gleich gesagt, dass ich weiss dass sie gerade alles mitnotiert und aufnimmt. Aendert an der Wahrheit nichts, aber man kann sie ja so und so darstellen.
Und es folgt wieder Gelaber ueber Gelaber, so viel Gelaber, dass ich schon selbst nimmer wusste was eigentlich stimmt und was nicht. Und keine Chance direkt anzuknuepfen. Irgendwann dann kamen wir zu den Forderungen: Ich forderte "nur" eine Entschuldingung. "Why?" Ehm... weil ihr mich von Anfang an wie ein Stueck Dreck behandelt habt?! Und dann laberte die wieder und bittet mich nicht so sarkastisch und "nasty" zu sein. Ich zeig dir mal wenn ich wirklich nasty bin: Du kannst mich mal! " Wir haben dir einen Rueckflug angeboten, den du abgelehnt hast. Damit hast du dich selbst in deine Lage befoerdert." Um Gottes Willen, ich hatte doch schon einen Flug! Ich kann den bei aller Vernunft nicht umbuchen, wer zahlt mir denn die Zusatzkosten?? Die koennen mich doch zu nichts zwingen, was einfach nicht geht und dann behaupten ich habe es selbst gewaehlt! Was kam jetzt?- Richtig! Gelaber ueber Gelaber....

Und dann kam etwas was einfach nur.... nennt es wie ihr wollt: "Okay NINA (wehe du nennst mich nochmal so!), ich biete dir einen Flug fuer morgen an und gebe dir 500$ in Euro wenn du wieder nach Hause kommst." Wow! Das nenn ich mal ein "Angebot". 500$ in Euro. Nicht schlecht.. davon kann ich mich zur Ruhe setzen und habe mein Leben lang ausgeosrgt. All die Zusatzkosten von 850$ waeren dann ein Klaks. War das ein indirektes Schuldzugestaendnis? Von all dem Gelaber war ich erhlich gesagt schon zu muede, aber zum Gluek aber noch klar genug um "nein" zu sagen. "Also Nina, ich biete dir schon wieder einen Rueckflug an und eine Entschaedigunng von 500$ in Euro und du lehnst mein Angebot ab. Verstehst du was ich dir gerade anbiete und was das fuer Folgen fuer dich hat wenn du ablehnst?" (dass die nicht noch getestet hat ob ihr Mikro auch geht hat mich gewundert). Ich sagte nur: "Nein ich verstehe es nicht, denn ich bin zu bescheuert dafuer. Ihr glaubt mit Geld ist alles getan, oder?"  "Vielleicht solltest du deine Mutter in Deutschland anrufen und mit ihr ueber mein "Angebot" sprechen." "Ohja, die wuerde sich freuen..." Ende.

Ich habe meine Mutter angrufen, aber nur um zu testen ob ich noch bei Verstand bin. Nach all dem Gelaber war mein Kopf schwer. Ich zweifle nun wirklich an meinem Urteilsvermoegen und frage mich wie das alles nur geschehen konnte. Ob ich tatsaechlich schuld habe und ob ich mich jemals wieder von dem Stress erholen kann. Ich bin am Ende.... Die verstehen es echt einen willenlos zu machen. Einen in Grund und Boden zu labern. So sehr, dass man einfach nur will dass die ihre verdammte Fresse halten und man alles tun wuerde damit es dabei bleibt.

Nina

17. Mai 2010

tag 253: 17.05.2010

Einen Satz nach oben!

Ich gehe den Tag mal rueckwaerts an. Denn meine Laune hat sich gerade umd ehm... viele Prozente verbessert. Also ich habe der Humane Society in Yonkers geschrieben. Es ist eine Anlaufstelle fuer/ gegen Animal Cruelty. Ich habe den Fall der drei Katzen bis ins kleinste Detail geschildert und jetzt, haha, wurde er  sofort an das Animal Cruelty Center weitergeleitet und die Katzen werden so schnell wie moeglich weggeholt. Yes!!! Bin ich gemein? -Nein! Denn ich tu nur etwas was ich haette schon lange tun sollen: die armen Katzen befreien. Ein kleiner Nebeneffekt den ich nicht beim Namen nennen will kommt natuerlich noch hinzu.



Davor kam Carroll aus dem Chor bei mir vorbei. Sie ist die nette, muetterliche Frau, die auch im Tenor singt. Sie wunderte sich warum ich ploetzlich nicht mehr erreichbar war und wieso ich aufeinmal woanders wohnte. Sie machte sich Sorgen und stand dann ploetzlich vor der Tuer. Wir redeten eine ganze Weile ueber meinen gemeinen Fall und das Gespraech schwenkte zur Kindererziehung und Familienkonstellationen um. Frueher war alles besser ist das Ergebnis. Muetter, die Zuhause blieben, viele Geschwister die sich gegenseitig erzogen, Familienrituale und keine Elektronik. Endlich mal wieder jemand der weiss was richtig ist. Die Amerikaner haben alle verkorkste Familien, an die man sich leider irgendwann gewoehnt. Nur selten, so wie Inas Familie, ist es natuerlich und harmonisch. Ach... da will man doch einfach wieder zu seiner Mama nach Hause...
Den Nachmittag habe ich damit verbracht Emails zu schreiben. Ich habe jetzt ein gutes System entwickelt. Cultural Care (ja ich nenne sie jetzt beim Namen) ist auf Facebook und jedes Mal wenn die was posten dann setze ich meinen Kommentar mit meiner Geschichte drunter. CC entfernt die natuerlich so schnell wie moeglich und hat auch meinen CC Account sperren lassen, aber aufmerksame Aupairs und Fans haben mir schon ganz entsetzt zurueck geschrieben. Rein rechtlich ist das ganze Immigrations-,Visa- und Arbeitgebersystem viel zu kompliziert. Ich habe im Internet Millionen Seiten zu diesem Thema und nur noch mehr Unklarheit gefunden. Was ich aber sicher wusste habe ich der Programmdirektorin ganz sachlich zurueckgeschrieben. Verleumdnung, Vertragsbruch, Erpressung.... usw. Mal sehen ob was zurueckkommt.

Ist der Ruf erst ruiniert...
Nina

tag 252: 16.05.2010

Weit, weit weg!

Schlafen...schlafen... und nie wieder aufwachen... achja... Nach dem kurzen Aufenthalt im Hotel mussten wir unsere Reise fortsetzen. Meine Laune war gluecklicherweise ganz gut. Die Fahrt durch die schoene Landschaft Delawares und Marylands brachte einen auf andere Gedanken.

Unser erstes Ziel war Shenandonah Cave. Es war eine wunderschoene Hoehle, die in mir grossen Unbehagen ausloeste. Ich mag keine Hoehlen, geschlossene enge Raeume ohne natuerliches Licht. Oh nein! Ich habe ja Klaustrophobie! Kein Wunder, dass ich IMMER Fenster und Tueren auflasse. Verdammt, ich bin wirklich eine Gefahr fuer Kinder.... Die Fuehrung ging eine gute Stunde lang und hat uns interessante Einblicke in das Hoehlensystem geboten.


Anschliessend ging es weiter nach Silver Spring. Die Fahrt war ganz okay. Ich habe Susanna angehoert was sehr beruhigend war. Waehrend dieser zwei Stunden Fahrt liefen meine ganzen 9 Monate vor meinem inneren Auge ab. Wie Josephine und ich in Boston shoppen gingen. Wie wir in Albert's Schule am Weihnachtsmarkt teilnahmen, achh.... was war nur geschehen?

In Silver Spring wollten die uns wieder zum chinesischen Buffet schleppen, wir entschieden uns aber fuer Subway. In der Mall waren wirklich schoene Laeden... erinnerte mich an die Anfangszeit als ich so oft in White Plains war. Immer hatte ich mir vorgenommen bestimmte Sachen noch vorm Schluss zu kaufen, und jetzt?

Wir hatten Zeit ueber und besuchten einen asiatischen Markt. Allerlei Handgemachtes, Schmuck, Essen und kleinere Shows waren zu sehen. Ich ging immer voraus, Latoya und Ina waren zu lahm fuer mich und ich kann diesen Schlendergang nicht ausstehen. Nach diesen Tagen haben wir uns alle schon besser kennengelernt und konnten auch schon gut miteinander reden. Aber Latoya ist ganz frisch hier, voller Traeume und Hoffnungen, da will ich ihr nicht alle Illusionen rauben,  dass es bei ihr anders laufen kann.

Wir deckten uns mit Brownies ein und durften wieder 2 Stunden im Bus sitzen. Irgendwann kamen wir in Baltimore an. Wir sahen den schoenen Hafen und bekamen einen kleinen Einblick in diese Stadt. Sauber, friedlich und doch lebendig. Dies war der offiziell letzte Programmpunkt und wir steuerten ziemlich schnell Richtung   NYC.
Die Fahrt kam mir ewig vor. Und es geschah genau das was ich nicht wollte. Reflektionen ueber Reflektionen. Eine Reise ins Innere meiner Gedanken- und Gefuehlswelt. Ich wurde extrem nervoes und gereizt. Hinter mir sass auch noch dieses chinesische Paerchen. Der Kerl zog die ganze Zeit seinen Rotz hoch. Ich konnte es kaum noch aushalten. Irgendwann warf ich ihm eine Packung Taschentuecher hinter, die leider keine Besserung erbrachten. Jedes Mal "ghrrrffffffghhhhnnnngrrh" und ich wollte mich umdrehen und den fuer sein widerwaertiges Verhalten anbruellen. Aber es war geschafft. Irgendwann war es geschafft. Gott sei Dank! Nicht mehr lange und ich haette mich verloren.

Wir wurden in den unbekannten Tiefen Chinatowns ausgesetzt und suchten lange eine Subway. Als wir diese gefunden hatte ging es per Metro North Richtung... naja... Heimat oder so. Mit Latoya und Ina habe ich mich doch recht gut verstanden und der Trip war auch ganz schoen, es war einfach nur ein schlechter Zeitpunkt dafuer.

Bye, Nina

16. Mai 2010

tag 251: 15.05.2010


Ablenkung....

Ohja... ich hab mich vielleicht "gefreut" mit Ina und Latoya diese bloede Bustour zu machen. Mein Konto ist eh schon fast leer und dann sowas noch... Ich konnte ja nicht bei ihr wohnen und dann nein dazu sagen.


Morgends haben wir uns alle am Bahnhof getroffen. Latoya wusste gar nicht was bei mir abgelaufen ist und so durfte ich die ganze kranke Geschichte nochmal erzaehlen. Natuerlich war sie fassungslos, fragte warum denn die Betreurin nichts unternommen hat, warum die Familie das gemacht hat usw....
In Manhattan angekommen haben wir doch glatt noch ein anderes Aupair getroffen, die von der Betreurin zu hoeren bekommen hat, dass ich freiwillg ausgezogen sei, dass ich bei meiner Bewerbung gelogen und verheimlicht haette, dass ich psychische Probleme wie Depressionen und Aggressionen habe. Geht's noch??!!? Das wird ja immer toller! Am Ende bin ich in echt ein paedophiler Kinderschaender! Unglaublich...
Aber nein... ich wurde nicht wuetend... Wut waere ja ein Luxus in dieser Phase. Ich wurde nur noch gelaehmter und dumpfer. Eine Phase in der man einfach nur starr ist und einem alles scheiss egal scheint. Dementsprechend war die Tour anfangs auch gedaempft. Das schoene Wetter hat die Laune nicht anheben koennen.

Unsere erste Haltestelle war Philadelphia. Wir haben die Liberty Bell angeschaut und sind gleich danach weiter nach Washington D.C. Nichts besonderes soweit. In D.C. aber machte meine Laune einen kleinen Satz nach oben. Flair sei dank. Ich wurde an meinen ersten Unabhaengigkeitstrip erinnert. Ploetzlich war ich ein bisschen erleichterter. Ich konnte mich fuer wenige Momente gehen lassen. Unser erstes Highlight war naemlich das Luft- und Raumfahrtmuseum. So unglaublich coole Sachen konnte man sehen. Originalraumsonden, Raketen und allerlei Flugzeuge und Gadgets. Das regt die Phantasie an.
Wir machten Fotos vorm Capitol, wanderten zum weissen Haus, vorbei am Washington Memorial. Schliesslich genossen wir den wunderschoenen Sonnenuntergang am Jefferson Memorial. Diese Athmosphaere.... so zeitlos und maechtig. Wir gingen weiter zu den Korean und Vietnam War Memorials, bis wir am Ende vorm Lincoln Memorial rasteten. Latoya und Ina waren beide mit ihren Kraeften am Ende waehrend ich gerade anfing den Trip zu moegen.

Wie bei jedem Chinatowntrip assen wir Chinese Buffet zu Abend. Perfekt! Ich hatte riesen hunger und die Auswahl war grenzenlos. Essen ist gut zu einem... Wir lernten drei andere Aupairs kennen, die wie soll es auch anders sein, von meiner Geschichte geschokt waren. Aber meine Laune war zum Gleuck schon konstant im gruenen Bereich und ich liess mich gehen.

Das Hotelzimmer war wieder sehr schoen und ich musste am Abend kaum noch an die schlimme Sache denken... ich bin in einer Phase der Gelaehmtheit... etwas lockerer aber trotzallem ohne Antrieb.... schwer zu beschreiben....

Bis demnaechst, Nina

14. Mai 2010

tag 250: 14.05.2010

Zu den Wilden in die Einoede hinausgestossen!

Oh Mann... die erste Nacht im neuen Heim verlief ganz gut. Ich konnte schlafen wie ein Stein, war erschalgen und zu fertig mit den Nerven.

Der Tag war gepraegt von Nichtstun. Ich habe fuer Ina das Haus gestaubsaugt und war lange mit dem Hund draussen. Irgendwas muss man ja machen. Mein Schaedel war natuerlich voll mit Fragen. Immer wieder musste ich den Kopf schuetteln, weil ich einfach nicht glauben konnte was mir angetan wurde. Womit um alles in der Welt hatte ich das verdient? Wo ist mein Recht, wo ist die Verantwortung und das Moralgefuehl? Ich fuehle mich wie Kohlhaas. Mit bestem Willen wollte ich alles auf rechten Wege abschliessen, aber ein hinterhaeltiger Arsch nach dem anderen zockt mich ab.

Am Abend haben Ina und ich uns mit Oscar getroffen. Er hat ganz interessante Sachen erwaehnt. Erstmal kann ich die Organisation auf Schadensersatz anklagen. Die haben mich in das Land geholt und sind offiziell verpflichtet mich unterzubringen und zu ernaehren. Wenn sie das nicht tut kann ich zur Wohlfahrt gehen und die anschwaerzen und dann haben die ein riesen Problem, denn die USA sieht es gar nicht gerne, wenn eine Organisation Leute ins Land holt, die dann auf Kosten des Staates leben. Also prinzipiell habe ich zwei Moeglichkeiten: entweder ich werde tatsaechlich alle Zusatzkosten die ich bekomme einreichen und eine Entschaedigung fordern und/oder gehe zur Wohlfahrt hole mir Essensmarken und Notunterkuenfte und die Organisation hat die Behoerden am Hals. Klingt ziemlich gut, he? Des Weiteren waren das alles nur Leere Drohungen mit dem Visum. Ja sie koennen es ungeultig machen, aber da ich den Rueckflug schon gebucht hatte ist das kein Problem. Die wollten nur dass ich so schnell wie moeglich gehe, damit die eben keine Probleme mit den Behoerden bekommen. Also was bedeutet das? UNRECHT! Genau, ein riesen Unrecht ist mir widerfahren und wenn ich mich nicht wehre, dann kommen die einfach so davon. Nur weiss ich nicht wie ich das angehen soll, denn eine Woche ist zu wenig Zeit und ich kann in meinem Zustand gar nichts machen. Ich hoffe ihr habt Tipps auf Lager und koennt mir damit weiterhelfen.

Ausserdem werde ich die Gastfamilie bei Tierschutz melden. Es ist gegen das Tierschutzgesetz drei Katzen in einem feuchten Keller ohne Moeglichkeit nach draussen zu gehen einzusperren. Damit waere den armen Dingern endlich geholfen. Danke Oscar, man lernt nie aus. Endlich habe ich Anhaltspunkte und hoffe, dass ich fuer all den finanziellen, rechtlichen und seelischen Schaden entschaedigt werde.

Naja, also wir haben im Applebees in White Plains gegessen. Ich war erst immer noch wie gelaehmt aber als Oscar mich rechtlich ueber all die Dinge aufgeklaert hatte, konnte ich wieder nach vorne schauen. Die werden mir nicht so davon kommen! Ich konnte mich sogar wieder auf die Zwangstour mit Ina freuen, obwohl das in meiner Lage sehr unvernueftig ist und ich wirklich nicht mitgehen wollte....

Rechtschaffend und entsetzlich, Nina

13. Mai 2010

tag 249: 13.05.2010

Irren ist menschlich?

Gleich danach habe ich all meine Sachen gepackt und wollte gegen 4h schlafen gehen. Ich habe vielleicht zwei Stunden geruht und musste dann wieder aufstehen. Habe saemtliche Sachen neu gepackt und konnte einfach nicht begreifen was geschehen war....
Nach einer Berichterstattung bin ich los zum Getty Square gegangen um mir einen groesseren Koffer zu kaufen. Bevor ich in den Bus steigen wollte rief mich die Programmdirektorin an. Was ich mir anhoeren musste war wieder ein Schlag ins Gesicht. Die Familie will mich sofort aus ihrem Haus haben, ich habe die Sicherheit der Kinder gefaehrdet und sei deshalb auch aus dem Aupairprogramm draussen. Sie uebernehmen den Rueckflug, der so schnell wie moeglich sein muss, denn auch meine Visagueltigkeit sei nun hinfaellig. Was? Habe ich jemanden umgebracht? Ist jemand zu Schaden gekommen? Ich sagte, ich habe meinen Flug schon gebucht am 24. Mai und muss deswegen solange hier bleiben. Sie sagten ich soll ihn canceln oder umbuchen, jedenfalls kann ich nicht diesen Flug nehmen. Warum? Mein Konzert! Was soll aus dem Konzert werden? Vor drei Wochen habe ich die doch noch gefragt was mit dem Rueckflug ist und die sagten ich sei dafuer selbst verantwortlich, also habe ich so gebucht, dass es gerade noch klappen sollte. Alles zertsoert wegen einer paranoiden Mutter? Ich war sprachlos.... alles was ich aufgebaut habe.... zerstoert.... Die hat mich behandelt wie einen Verbrecher, wie einen Moerder, eine potenzielle Gefahr fuer die Oeffentlichkeit. Was hat diese gestoerte Frau der Agentur nur fuer einen Scheiss erzaehlt??

Ich bin ganz geistesabwesend in das Haus der Alptraeume zurueckgegangen, habe all meine Sachen neu verteilt und musste nun mit der Fluggesellschaft sprechen. Tausende Nummern und Serviceleute spaeter kam folgendes raus. Cancellation=350$, Umbuchung=250$+ Flugticketaufschlag. Aha... wenn ich den Flug wechseln wuerde dann waere es auch nur fruehestens am 19.Mai moeglich... Also was sagt uns die Vernunft? Genau, ich habe der Agenturtussi mitgeteilt, dass ich alle Moeglichkeiten abgecheckt habe und ich bei meinem Originalflug bleiben muss. "Wie ich schon gesagt habe, in diesem Fall wirst du aus dem Programm geworfen, dein Visum wird nicht mehr von uns unterstuetzt, deine Versicherung ist ungueltig (und ueberhaupt kannst du uns mal kreuzweise)..." Wie bitte? ich hab doch schon geguckt, warum sollte ich all die Unkosten (denn die Agentur sollte nur den Flugpreis und nicht alle Unkosten ubernehmen) auf mich nehmen nur damit die ihren Willen bekommen? Was ist denn das fuer eine Argumentation? Vor drei Wochen fragte ich doch schon, ob der Flug okay sei und jetzt? "Failure in Judgement, Danger for Children, Challenging when the hostfamily talked with you, Sharp Sticks, unable to compromise, used the family, Choir as only reason for the whole stay, needed to take the kids away from her to the Babysitter's house....." Schlagt mich doch gleich tot ihr verdammten B******. Was hab ich denn getan? Was ist denn passiert? Ich habe auch ein Leben? Wer gefaehrdet hier grad welches Leben? Wer ist unfaehig Verantwortung zu uebernehmen? Ohne Vorwarnung auf die Mucken einer gestoerten Gastmutter hin nehmen die mir alles und setzen mich auf die Strasse?! Ist das gerecht? Ist das fair? Habe ich das verdient? Ich habe in meinem Blog nie etwas verheimlicht und ihr seid alle Zeugen, dass das nicht fair ist!

Mort hat mir meinen Gehaltcheck gegeben und verlangte das Handy zurueck. Ich sagte ihm noch dass ich dank denen kein Visum mehr habe und alles zerstoert sei. Sie ruinieren gerade mein Leben! Niemand hat das Recht jemanden so zu behandeln, nicht wenn er gar nichts getan hat. Alles war okay, alles! Wie kann man sich so in Menschen taeuschen? Ich hasse sie! Noch nie wurde ich derart betrogen und ausgenutzt!

Mort hat mich dann zu Ina gefahren. Ihre Gastfamilie nimmt mich trotz des bestehenden Risikos was von mir ausgeht auf und war ebenfalls ganz perplex als ich ihr erzaehlte was ablief.

Nett? Grosszuegig? Verstaendnisvoll?

Nina

tag 248: 12.05.2010

Those that are humble, scatter'st and destroyest!

hm... morgends war ich joggen und danach in Bronxville. Das Wetter war eklig kalt, weshalb keines von beiden Spass machte. Die Zeit verging sehr langsam und irgendwann konnte ich endlich in den Chor. Es war phaenomenal. Wir erschaffen ein grosses Meisterwerk! Danach allerdings....

Oh mein Gott... Ich bin immer noch fassungslos und weiss gar nicht wie ich das in richtige Worte packen soll. Josephine und Mort wollten mit mir reden. Sie hatte schon wieder diesen weinerlichen Ton an sich. Sie wollen dass ich das Haus verlasse!--------- "Wir sind der Meinung dass sich dein Urteilsvermoegen veraendert hat und wir haben Angst um unsere Kinder. Du bist nicht mehr in der Lage Gefahrensituationen richtig einzuschaetzen und wir wollen nicht, dass du unsere Kinder weiterhin gefaehrdest. Wir fuehlen uns sehr unwohl mit dir in unserem Haushalt und wollen dass du ausziehst....." Was??????
" Du hast das Fenster in deinem Zimmer nicht geschlossen und Alix haette sterben koennen. Und vor einigen Wochen hast du den Kindern Speere gemacht mit denen sie sich verletzen haetten koennen...." Was????
" Wir wissen, dass du das nicht absichtlich machst, aber wir haben eben bemerkt, dass sich Urteilsvermoegen veraendert hat....." Was????

Okay! Ich bin bekloppt oder wie, unzurechnungsfaehig, weil ich vergessen habe ein Fenster zu schliessen und mit den Kindern Indianer gespielt habe? Was soll das? 9 Monate perfekte Cooperation mit keinerlei Zwischenfaellen und jetzt werfen die mich einfach so raus, weil ich angeblich eine potenzielle Gefahr fuer die Kinder bin? Ihr koennt euch vorstellen was in mir gerade vorgeht. Ich kenne die Kinder doch besser als die, habe viel mehr Erfahrung als die und dann muss ich mir sowas vorwerfen lassen? Glauben die ich bin aufgrund meiner medizinischen Probleme nicht mehr in der Lage Entscheidungen und Verantwortungen zu tragen? Ich fass es nicht... Noch nie wurde ich in meinem Leben so minderwertig behandelt. Ist es weil ich frueher gehen will? Ich habe es so lange wie moeglich versucht, aber es ging einfach nicht mehr und jetzt soll das Ganze so zu Ende gehen? Warum? Womit habe ich das verdient?

Einfach ausgetauscht und weggepackt. Wo ich hin geh, wie es mir geht ist scheiss egal. Sie haben ein "ungutes Gefuehl" und ich darf gucken wo ich bleib. Als ob ich den Kindern je etwas Boeses wollte oder getan haette.. Ich fasse es nicht. In eineinhalb Wochen waere ich doch eh gegangen und jetzt sowas... Ich soll eine Gefahr sein.... Und was ist ein 77 Jahre alter Vater, der Herdplatten brennen laesst und waehrend dem Auto fahren einschlaeft?? Ich habe vergessen ein Fenster zu schliessen! OMG! Es ist nichts nichts passiert, ich habe es nicht absichtlich gemacht und es gibt weitaus Schlimmeres in diesem Haus. Aber mich als unzurechnungsfaehig abstempeln das ist dann zu viel! Und wenn das noch eine Frau Doktor Psychologin sagt, dann klingt es gleich noch mal glaubwuerdiger...

Wie konnte ich mich so in denen taeuschen.... alles zerstoert.... Ich konnte kaum die Fassung wahren als die mir all diese Dinge an den Kopf warfen... Was soll ich tun? Wo soll ich hin? Womit habe ich das verdient??

Nina

11. Mai 2010

tag 247: 11.05.2010

Wie der Anfang so das Ende

In der Tat fuehle ich mich gerade sehr in meine erste Zeit hier zurueckversetzt. Das Gaestezimmer, nichts zu tun und mehr oder weniger planlos nach New York gehen und gucken was passiert.

Nach dem Aufstehen bin ich also gleich nach Manhattan gefahren. Ich will nicht nochmal so viel Zeit wie gestern totschlagen muessen. Ich war ganz alleine in meinem Abteil und konnte mal in aller Ruhe Fotos von der Bronx machen. Nach fast 9 Monaten hat dieser Stadtteil nichts an seiner Faszination verloren. Wie viele Leben hier stattfinden, wie das alles organisiert ist, wie das ueberhaupt funktionieren kann...

Waehrend der Fahrt beschloss ich dann zum allzeit gehassten Times Square zu gehen. Mein Plan war Geschenke zu kaufen. Ich wollte, dass dies die letzte groessere Geldausgabe werden sollte und die naechsten zwei Wochen sollten dann endlich auf Sparflamme stattfinden. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich eigentlich nicht verschwenderisch gelebt habe, aber viel von meinem Verdienst leider auch nicht uebrig bleiben wird. Aber man muss sich echt sagen, dass man nur einmal in New York ist und wenn man dann am falschen Ende spart macht's keinen Spass. Ausserdem habe ich fuer das Geld gearbeitet und darf mir auch was goennen. Ihr seht ich muss mich vor mir selbst rechtfertigen, weil ich doch ein kleines schlechtes Gewissen habe. Essen, Kino, Washington, Niagarafaelle, Geschenke, Eintritte, Shoppen, Chor, Fitnessstudio, Pflegemittel, Friseur, Gepaeck, Computer, MP3 Player, Flugticket, Transportkosten.... viel viel Geld... aber zum groessten Teil gut angelegt (bis auf einige Geschenke und manches Shoppinggut).

Ich habe mich also von einem kleinen Laden zum naechsten vorgearbeitet, bis ich ganz zufrieden alles Moegliche an Geschenken hatte. Schliesslich bin ich an der 6th Ave Richtung Central Park gelaufen und wurde ein bisschen nostalgisch. Genau diesen Weg bin ich ganz am Anfang gelaufen. Hatte mich ueber die Laeden und Leute gewundert und wie immer die Pferde bemitleidet. Am Columbus Circle bin ich dann wieder in die Subway und ab nach Hause gegangen.

Der Abend wurde mit einer 1.5 Stundenschicht abgeschlossen. Ob die Gastfamilie die Kinder schon von mir entwoehnen will? Von den Umbauarbeiten sieht man jedenfalls noch gar nichts....

Bis denn :-* Nina

10. Mai 2010

tag 246: 10.05.2010

Nur noch 2 Wochen!!!

Und zwei Wochen muss ich diesen komischen Lebensstil durchziehen. Lange schlafen faellt sehr schwer, wenn die Kinder und Arbeiter im Haus rumhudern. Ich hab kein Training mehr und keinen Fernsehr... Dachte eigentlich die Arbeitszeiten wuerden mir besser gefallen, aber jetzt hab ich nur noch mehr Zeitverschwendung und Langeweile.

Ich habe also so lange wie moeglich geschlafen, bin anschliessend Joggen gegangen und habe die restlichen 6 Stunden in meinem Zimmer vorm PC verbracht. Zum Glueck war meine Familie endlich mal online und so ging die Zeit schneller vorueber. Wir haben ueber die Gastfamilie und Aupairanwaerterinnen gesprochen. Zwischendurch habe ich Sarah mit ein paar heiklen Chemiefragen geholfen und zu guter letzt habe ich mir einen neuen Laptop gekauft. Jopp. Ganz spontan. Mein alter Laptop bringt's nicht mehr und wurde an Kleinsarah und Mama vererbt und ich habe jetzt eins der neuesten Modelle. Das macht mich wieder aermer, aber das Geld wurde sehr gut investiert.

Irgendwann kam Mort mit den Kindern nach Hause und ich konnte endlich arbeiten. Naja... Hausaufgaben machen, Schlafanzug an und fertig. Und das soll noch 2 Wochen so weitergehen. Ich dreh durch... Fuer morgen muss ich mir was einfallen lassen. Zu viel zu wenig gemacht.

"nur noch 2 Wochen" *Stressball drueck*,
Nina

9. Mai 2010

tag 245: 09.05.2010

Erhlolung!

Ach das Gaestezimmer ist ein Segen. Zwar ist es im Zentrum vom Haus, aber das Bett ist um einiges besser. Eine schoene harte Matratze so wie es sich gehoert.

Morgends hat mir Josephine die neuen Arbeitszeiten mitgeteilt. Ich werde die letzten zwei Wochen nur noch Abends 3 Stunden und den ganzen Samstag ueber arbeiten muessen. Yes! Ausschlafen und genug Zeit New York nochmal unsicher zu machen. Das kommt mir vor wie Urlaub. Danke Umbauarbeiten^^

Um 12.30h hat mich Gaby abgeholt und wir sind zusammen nach Larchmont an die Kueste gefahren. Sehr wunderschoen hier. Gaby kennt wirklich jede Ecke in West- und Eastchester und weiss genau was sehenswert ist. Wir hatten einen tollen Blick auf Long Island und haben zudem noch gute Unterhaltungen gefuehrt. Es ist so ein komisches Gefuehl... bald weg sein, wobei ich hier erst so wenig gesehen habe. Das ist schon sehr schade. Nach einer Weile sind wir dann durch die 4 reichste Stadt der US gefahren: Bronxville. Solche Villen habt ihr noch nicht gesehen....wow.... eine wunderschoene kleine Stadt, die ich vielleicht im Laufe der Woche naeher betrachten werde. Wir gingen nach Tuckahoe in eine exquisite Baeckerei und ich habe meinen Streuselkuchen und Tee genossen.

Auf der Heimfahrt habe ich Gaby ihr Abschiedsgeschenk ueberreicht. Wobei wir vorhaben uns nochmal zu treffen. Dank den neuen Arbeitszeiten sollte das moeglich sein. Zuhause habe ich Zeit verdummt bis ich von Oscar zum gemeinsamen Abendessen abgeholt wurde. Ina hatte aufgrund von Krankheit abgesagt. Fand ich schon ein bissle bloed von ihr, aber was soll's.

Wir gingen nach Ardsley zu Mina's. Ach das war vielleicht ein lustiger Abend mit ihm. Viel besser als erwartet. Er hat mir saemtliche Geschichten aus seiner Armyzeit erzaehlt, wir haben Vergleiche zwischen Menschen und Autos gemacht, Leute charakerisiert, gelaestert, gelacht, usw.... zum Abschluss haben wir noch zwei weitere Stunden im Starbucks verbracht und die Unterhaltungen fortgesetzt. Wirklich ein gelungener Abend. Ich fange echt an das alles abzuschliessen und die letzte Zeit hier zu geniessen.

Danke Gaby, danke Oscar! Einen besseren Sonntag haette ich mir nicht vorstellen koennen!
Nina

8. Mai 2010

tag 244: 08.05.2010

"I'm free"

Ich habe die ganze Woche schon frueher und laenger gearbeitet, weshalb ich heute eigentlich haette frueher aufhoeren duerfen. Aber wir mussten mein Zimmer, die komplette Kueche und zwei Badezimmer ausraeumen. Weil die Umbauarbeiten am Montag schon starten. Mein Zimmer war schneller als gedacht leer und jetzt habe ich einen guten Ueberblick. Klamotten sind es nicht viele, aber "junk" hat es mehr als genug. Erst kurz vorm Schluss werde ich wohl richtig ausmisten koennen. Also bin ich wieder ins Gaestezimmer gezogen. Schon ironisch, in diesem Zimmer habe ich das Jahr begonnen und nun werde ich es hier zu Ende bingen.
Mit Josephine habe ich mich Zwischendurch auch sehr gut unterhalten und wir haben ganz unbefangen und offen ueber neue Aupairs gesprochen. Sie hat mir gedankt, dass ich alle neuen Aupairs so ehrlich aufklaere. Sie will schliesslich auch, dass es diesmal besser ausgeht.

Im Laufe des Morgends bekam Alix sehr schlechte Laune. Sie hat aus unerfindlichen Gruenden geheult und war kaum noch auszuhalten. Deswegen steckte ich sie frueh ins Bett und ich hatte meine Ruhe. Fast jedenfalls. Ich habe wieder Panik bekommen. Seit gestern ist das so ein auf und ab. Ich kann mir nicht erklaeren wieso ich das habe. Ich forsche in meinem Hirn und frage mich 'wovor habe ich Panik?'. Jeder einzelne Punkt wird im Kopf durchgewaelzt und entsprechend versuche ich mich zu beruhigen, aber es klappt nicht. Erst als ich im Fitnessstudio so richtig abgegangen bin, war ich entspannt. Ich habe auch endlich einen gefunden, der meine Mitgliedschaft uebernommen hat. Ich sagte nur "I'm free!". Ich will die Fitness nicht schleifen lassen, aber gerne habe ich es nur selten gemacht. Tage wie heute waren toll. Man fuehlt sich unschlagbar, aufgeladen und sau wohl. Schade eigentlich... aber 180$ gespart.

Zuhause erwartete mich eine sehr froehliche und traurige Botschaft zugleich. Mein Chor wurde engagiert um fuer einen Film Musik aufzunehmen. Die Saengeranzahl ist jedoch sehr begrenzt und nur von Eugene ausgewaehlte Leute durefen bei diesem Projekt mitmachen. Wie das Schicksal es so wollte, wurde ich ausgwaehlt. Mist! Oh Mann.... welch Ehre! Ich, ausgewaehlt? Fuer einen Film? Aber....aber... es ist erst Mitte Juni :(  Verdammt nochmal, haette echt heulen koennen vor Glueck... und Reue....
Abends sind Mort, Albert und ich noch Essen gegangen, da wir ja keine Kueche mehr haben. Das war wirklich sehr nett. Wir haben so selten was zusammen gemacht...

Cya, nina

tag 243: 07.05.2010

Ein guter Freitag,

vielleicht liegt es ja an der Vorfreude, denn ich bin einfach wieder gut drauf:) Alix und ich waren am Morgen ewig lange im Park. Schnell hatte sie eine Clique gefunden und ich konnte mich entspannt bei strahlendem Sonnenschein zuruecklehnen. Schon interessant wie das zwischen Kindern immer so einfach geht. Alix war die kleine schuechterne Dampfnudel, Jella die drahtige vorlaute Anfuehrerin und Jaden der stoische Junge. Richtig suess. Dementsprechend war Alix auch ausgepowert und schlief mir sogar waehrend dem Essen im sitzen ein.
Ziemlich schnell war es dann schon 17h und ich habe mich fuer mein Break of Reality Konzert in Schale geworfen. Wie cool, wie cool, bald wuerde ich die Gruppe aus You Tube Live sehen, zwar ganz alleine, aber....

In der Subway habe ich ganz ploetzlich wieder ein Panikgefuehl bekommen. Ich weiss nicht warum oder woher es kam. So eine negative Aufgeregtheit, die wenn man sie hat, man gar nicht weiss wie man weiter machen soll, dazu fuehlt man sich noch ekelahaft haesslich und unangenehm in der eigenen Haut. Schrecklich jedenfalls.

Das Baruch College habe ich ohne Probleme gefunden und hoffte nur, dass die Gruppe auch ordentlich Publikum bekommen wuerde. Ich muss gestehen, ich wusste gar nicht wie die genau aussehen (weil ich mich nur auf die Musik konzentriere) dementsprechend habe ich auch nicht bemerkt als ich mit denen in der Lobby stand.
Dann das Konzert: cool!!! Purer Cellosound, hart und laut und zugleich auch fein und melodioes. Einfach genial! Die Typen waren alle sehr nett und persoenlich, das ist das Gute wenn man noch nicht so bekannt ist. Waehrend diese mitreissende Musik gespielt wurde dachte ich mir immer nur: "Du hast so ein Glueck!". Endlich mal mein Musikgenre live hoeren, ein weiterer Traum ging in Erfuellung. Traenen und Gaensehautflashs von Anfang bis Ende! Sie spielten Eigenes und Cover und ich wollte einfach, dass sie niemals aufhoeren. Aber leider war das Konzert nach knappen 2 Stunden zu Ende. Ich kam mit Apoclyptica und Zoe Keating Fans ins Gespraech und bekam zur Kroenung noch die fehlende CD mit allen 4 Autogrammen :D Was fuer ein Glueck ich habe:) Ein Heavy Freak sagte zu mir: " Das ist das gute an New York, man hat hier immer alle moeglichen Konzerte".... zu wahr...zu wahr...

Nach Hause bin ich mit dem 0h Bus gefahren, meine Panik war zum Gleuck wieder verschwunden und in meinem Kopf herrschte nur noch musikalische Befriedigung:)

Nachti, Nina



6. Mai 2010

tag 242: 06.05.2010

Heute ist auch noch ein Tag,

zum Glueck hat sich seit ich beschlossen habe nach Hause zu gehen gar nichts geandert. Also in dem Sinne, dass alles gleich stumpfsinnig und langweilig geblieben ist. Dass Sandra so ignorant wie immer war, dass die Uhr zur Morgenschicht still zu stehen scheint, dass ich schlecht geschlafen habe, dass Mort nach 4 Wochen immer noch nicht meine Sachen eingekauft hat usw.... Das Einzige was sich geaendert hat ist... dass Josephine jetzt in so einem mitleidsvollen Ton mit mir redet und mich immer ganz mitleidig anschaut. Als ob ich unsterblich krank waere...
Die Agentur hat mir auch nimmer geantwortet, der war es wohl einfach zu bloed. Leider hat sich auch der Interessent fuer meine Fitnessclubmitgliedschaft nicht mehr gezeigt. Wenn ich bis Sonntag nichts von dem hoere muss ich in die Offensive gehen und quatsche jeden an der mir in die Quere kommt an. 180$....

Nachdem die 3 Morgenstunden nach 5 gefuehlten Stunden zu Ende waren gingen Ina und ich im Cross County Center essen. Ich weiss ich habe eine chinesisch Sucht, aber das ist das guenstigste und beste Fastfood hier. Ina interessierte sich wenig fuer meinen ploetzlichen Abbruch und schwaermte stattdessen nur wieder von ihrem Freund. Was soll's... Anschliessend habe ich wie gesagt auf meinen Interessenten in der Gym gewartet und bin dann ein bissle enttaeuscht nach 1.5 Stunden nach Hause gegangen.

Ein Tag wie jeder andere, ich bereue meine Entscheidung also nicht!
Nina

5. Mai 2010

tag 241: 05.05.2010

Guess what?


Ich habe gute Laune!!! Endlich mal wieder so richtige echte gute Laune. Fuehle mich wohl in meiner Haut, konnte wieder laecheln und mit erhobenen Haupt gehen.

Die Agentur hat mir jetzt den obersten Boss auf den Hals gehetzt um die "Misverstaendnisse" zu klaeren. Ich habe naemlich gesagt, dass es ganz schoen ungerecht ist mir weder Kaution, noch Flugkosten zu erstatten noch irgendeine Referenz zu bekommen. Weiterhin sagte ich, dass die Organisation nur mit den unschuldigen Traeumen naiver Maedchen spielt. Sobald die Maedchen aufwachen und erkennen dass alles leere Versprechungen waren, werden sie durch ein neues Opfer ersetzt und die Organisation darf mal eben die Kaution in die eigene Tasche stecken. Dabei geben sich die Aupairs meist grosse Muehe und verzichten in diesem Jahr auf alles und das sollte Anerkennung finden. Arme Schweine wie ich, die dann auch noch aus gesundheitlichen Gruenden gehen muessen, bekommen gleich mal gar nichts. Denn die seelischen Leiden kann kein Arzt hier heilen. Ich fuegte noch hinzu, dass ich ueber diesen Betrug und die Ausnutzung einen Bericht schreiben werde. Hehehe! Sowas lass ich mir nicht gefallen. 9 Monate im Ausland und dann wollen die nicht mal eine Referenz oder dergleichen rausruecken. Halunken!

Also dieser Konflikt hat meine Laune gehoben^^ Leidenschaftlich fuer sein Recht kaempfen.... aus diesem Holz muessen vielleicht Anwaelte geschnitzt sein... oder Kohlhaasen?
Im Fitnessstudio konnte mich heute nichts aufhalten. Ich habe doch glatt den erst Besten gefragt ob er an meiner Mitgliedschaft interessiert sei. Jackpot! Argumente des Geldsparens plus mein Charme und schon hatte ich die Sache in der Tasche. Morgen heisst es dann wohl "Good Bye, Fitness... Hello Freedom!". Wobei ich die Entwicklung meines Triceps und Sixpacks schon sehr mochte...
Der Chor hatte heute special guests. Also der Startenor fuer Kodaly war da. Victor, ein ziemliches Babyface mit Doppelkinn, aber eine Stimme- wow! Wieso hoeren sich solche Sachen nur live gut an? Auf einer Aufnahme wuerde ich mir sowas nicht freiwillig anhoeren. Das Stueck ist voller Wut, Hass und Rachegefuehlen und der singt das so glaubwuerdig *dahinschmelz*. Ausserdem war der Kinderchor auch dabei. Lauter 9-12 jaehrige schuechterne Maedels... endlich was in meinem Alter. Highlight, Highlight, Highlight!

Das Konzert wird der kroenende Abschluss meines Jahres!
Nina

4. Mai 2010

tag 240: 04.05.2010

Nur noch 20 Tage :}

Sandras Fratze, das zu weiche Bett, Diet Coca Cola, fettfreie Milch, eklige Katzen, Mort's Schmatzen, Alix' Heulkraempfe, Windeln Wechseln, stickige Luft, keine Butter, Josephines Aufgedrehtheit, Chlorgeruch, ekliges Hackfleisch, Albert's Flennen, kein Wasserkocher, kein Kaba, keine Muelltrennung, Wasserverschwendung, Essensverschwendung, immer nur Schlabberlook tragen, Schokotorten, gespielte Freundlichkeit, Cheerios, deutsche Kinderlieder CD's, keinen Tagesrhythmus haben, Latino Pop, spanisch, mexikanisch, Alix' Prinzessinnenkleider, Aidan, Einkaufslisten, jeden Tag Pakete in Empfang nehmen, immer in Eile sein, nichts zu tun haben, die noch saubere Waesche der Kinder waschen muessen, Essstoerungen bekommen, Kalorien zaehlen, nie raus kommen, Muffins, Oreos, Betten jede Woche frisch ueberziehen, Gossensprache, Getty Square,Vesper zubereiten was weggeworfen wird, niemanden haben, zu frei sein, Sport machen, Geld aus Langeweile verschwenden, 10 mal waehrend dem Essen aufstehen, seine Gefuehle verstecken, als Arbeiter angesehen werden, immer irgendwelche Leute im Haus haben, nie schlafe koennen, Kindergschrei, Geringschaetzung meiner Arbeit, Sandras Stimme, Kochen auch wenn's niemand isst................. alles Sachen die ich ganz bestimmt nicht vermissen werde!

Chinesisch essen gehen, Kino, Shoppen, Albert als perfekter Junge, New York erkunden, Chor, Geld haben, selbstbewusst sein, Sport machen, sein eigener Herr sein, sich gesanglich weiterentwickeln, Dinge ausprobieren, verrueckt sein, wie ein Penner rum laufen duerfen, Alix' suesse Stimme, Spontantrips machen, Offenheit der Amys, locker sein, Hastings, Dobbs Ferry, spazieren gehen, Landschaft erkunden, mein Alix Schatzi, einen Mocchachino geniessen, Ina, Simone, Amazon, Credit Karte, absolut frei sein........................ alles Dinge, die ich vielleicht vermissen werde.

Geschlafen habe ich wie immer schlecht. Es war zu heiss und mir taten die Gelenke komischerweise weh. Trotzallem war heute alles toll. Ich musste spontan um 7.30h arbeiten, weil Mort vergessen hatte mir zu sagen, dass ich ab jetzt immer frueher beginnen sollte. Dafuer habe ich aber gleich Entschaedigung gefordert und darf Samstags jetzt frueher gehen. Na immerhin...
Im Laufe des Morgens hat die Agentur noch wollen, dass ich Feedbacks und eine Referenz fuer die Gastfamilie schreibe. Oha. Ein Feedback fuer die Agentur, na die werden was zu hoeren kriegen. 9 Monate reiss ich mir den Arsch auf, verkuemmere innerlich und dann geben die mir nicht mal eine Entschaedigung fordern aber gleichzeitig, dass ich die Himmel hoch lobe? Ne, ne.... bei der Familienreferenz hatte man kaum Freiheit was eigenes hinzuschreiben, weil es ein vorformuliertes Formular mit lauter suggestiven Fragen war. Naja.. will der Familie nichts Boeses, aber das neue Aupair sollte fairerweise schon mehr erfahren duerfen. Ich hoffe es nimmt mit mir Kontakt auf, nicht nur weil es unbedingt meine Fitnessstudiomitgliedschaft uebernehmen soll^^

Sonst nichts los, aber gut geht's mir sehr:D
cucu Nina

3. Mai 2010

tag 239: 03.05.2010

Capri c'est fini! Non, non...

Das war ja leichter als gedacht. Puuuhhhh. Ich hab es doch tatsaechlich gemacht. Und jetzt fange ich erst an zu realisieren wie lange ich schon hier bin. Wie habe ich das nur rum gebracht? Jeder Tag kam mir vor wie der erste. Ich bin doch erst gestern hergekommen?! Paulina, Halloween, Boston, Thanksgiving, Weihnachten, Alex, Konzert, College, Fitnesswahn, Washington, Sepp, Niagarafaelle, Simone.... und in drei Wochen bin ich daheim.

Am Morgen habe ich die Agentur von meinen Vorhaben in Kenntnis gesetz. Die hat das ganz foermlich abhakt, mir mitgeteilt dass ich meine Kaution niemals wieder bekommen wuerde und ich auch meinen Flug selbst zahlen muesse, dass es ihnen schrecklich leid taete, ect pp. blablablba, heuchel heuchel hust hust. Dass die mir nicht noch nen virtuellen Arschtritt gegeben haben wunderte mich garde noch. Man muss sich seine Freiheit wohl kaufen.
Also den Flug habe ich gleich gebucht, es ist keine Zeit zu verlieren.
25. Mai um 11Uhr in Frankfurt dann:> I

Uh yeah! Danach haben es alle Leute auf Facebook erfahren und wunderten sich noch wieso, weshalb, und warum so ploetzlich. Immerhin war ich ueberall die mit der besten Familie. Ja das war ich in der Tat immer. Ich habe die beste Familie Zuhause in Deuschland! Und ich glaube ich koennte ueberall leben, solange ich sie dabei haette.
Der Tag verlief trotzdem trist und oede wie immer und hat mich zum Glueck wieder daran erinnert warum ich gehe. Albert kam Heim und hat etwas unglaublich Wahres gesagt. Er sagte: "Ich vermisse meine Eltern. Ich sehe sie kaum und verbringe so wenig Zeit mit ihnen. Ich fuehle Heimweh obwohl ich daheim bin." Wow, ich wusste schon immer dass ALbert sehr sensibel ist, aber so viel Tiefgang hat mich doch erstaunt. Und es kam aus heiterem Himmel (er weiss auch noch nicht, dass ich frueher gehe). Ja liebe Eltern, Aupairs und Babysitter sind eben doch kein Ersatz. Das hat mich so beruehrt....

Gehe heute frueh ins Bett und hole Schlaf nach. Auch der schwuele Tag war nciht gerade energetisierend.

Bis Morgen, Nina

2. Mai 2010

Gehirnwaesche!

Ich danke euch Josephine und Morton!

Ich habe jetzt schon ueber 36 Stunden nicht geschlafen. Meine Nerven liegen blank. Ich kam nach Hause und formulierte die Rede aus, die ich seit so langer Zeit in meinem Kopf rumwaelzte. Es machte Sinn, ich gab nirgendwo eine Angriffflaeche, nirgendwo liess ich Schwaeche zu, ich liess alles was man in irgendeiner Weise persoenlich nehmen koennte weg.
Dann ging ich runter. Ich zitterte und musste schwitzen vor lauter Aufregung. Wir verabredeten, dass wir uns nachher gemeinsam hinsetzen und reden wuerden. Also bin ich wieder nach oben getattert. 1-2-3-4-4-3-2-1 atmen....puuuuhhh. Okay. Es war soweit. Ich ging runter. Alle Gruende feinsaeuberlich im Kopf geordnet und bereit ihren Empfaenger zu finden. Ein Moment der Zoegerung. Was mache ich hier? Willst du wirklich nach Hause? Was gibt es da fuer dich? Was hast du hier? Kannst du dich ueberhaupt umgewoehnen? STOPP! All das hatte ich doch schon geklaert. Es ist richtig. Tu es! LOS!
Zuerst fragten sie mich ueber mein Wochenende aus und wie es war. -bitte hoert auf so freundlich zu sein, ich bin ein Arschloch und werde euch gleich im Stich lassen.

Dann fing ich an. "Ich muss euch etwas sagen. Ich kann das restliche Jahr nicht bei euch bleiben und moechte nach dem Konzert nach Hause gehen" Oh warum nur...beide nickten so verstaendnisvoll und waren nicht sehr ueberrascht so schien es. Ich erzaehlte von den gesundheitlichen Problemen, den Schlafstoerungen und ich musste nicht mal von den Collegeerwartungen anfangen. Alles war so schluessig. Ich habe es selbst zuvor aufgeschrieben, aber jetzt wo ich es laut sagte verstand ich es erst. Ich bin/war depressiv! Mort hielt sich nun ganz aus dem Gespraech raus und Josephine startete ihre Psychoanalyse. Sie erzaehlte mir alle Moeglichen Dinge, die ich leider in mir wiedererkannte. Und natuerlich konnte ich dann nimmer an mich halten. Ich wollte die Familie nie boese behandeln, nie biestig sein, aber was ich die letzten Monate durchgemacht habe, kann sich einfach niemand vorstellen. Und jetzt wo ich es erkannt habe, fuehle ich mich so unheimlich schwach und schuldig. Sie sprach mir noch Mut zu und dass es diese Sache nicht wert ist meine Gesundheit auf's Spiel zu setzen. So viel Verstaendnins! Es tut mir so leid. Ich gebe normal nicht auf, nie. Und wenn ich an all den Stress der mich erwartet denken muss, dann bereue ich es fast schon wieder, aber es geht nicht mehr. Noch nie habe ich mich so unzufrieden mit mir selbst gefuehlt, so fett, so haesslich, so dumm und antriebslos.

Oh mein Gott! Die Familie hat sich nie geaendert, ich war es! Sie waren so verstaendnisvoll wie am Anfang, nur habe ich ihre wahre Nettigkeit gar nicht mehr sehen koennen. Es tut mir so leid, fuer jedes boese Wort! Danke, dass ihr immer noch die perfekte Familie vom Anfang ward!

Ich komme nach Hause! Nach 9 Monaten... war das wirklich so lange? Nach Hause.... Mama, Sepp, Sarah, Tami, die Katzen, richtiges Essen, ein neuer Wohnort, Jobben, Studieren... das hoert sich so himmlisch an!

I recover!!!!!
Nina

tag 238: 02.05.2010

Keine Muedigkeit vorschuetzen!

Die Nacht war ja noch jung... um 4 Uhr morgends... Von wegen New York schlaeft nie. Genug Penner, Besoffenene und Verlorene schliefen an jeder Ecke. Die Strassen waren wie ausgestorben. Simone und ich wechselten die Klamotten, machten uns wenigstens ein bissle frisch und liefen dann weiter zum Times Square. Wau! So friedlich, so ruhig, so leer. Nur das FBI und die Polizei gefolgt von ein paar Kamerateams und Reportern ermittelten die vermeintliche Bombe, die in einem Auto gefunden wurde. Interessant. Ein leerer Times Square, dass ich das noch erleben darf.

Wir gingen weiter Richtung Central Park, Columbus Circle und genossen den Morgen. Fruehaufsteher, Hundesitter und sonstige aktive Menschen waren schon versammelt. Ich hatte grosse Freude daran, die Spatzen zu fuettern, die mir sogar aus der Hand frassen. Dazu wurden wir von einem suessen Cockerwelpen umzingelt, was das Ambiente perfekt machte. Der Morgen ist doch immer noch die schoenste Tageszeit!

Die Spatzen hielten und so lange auf, dass wir fast unser Tagesziel vergassen: "4 Boro Bicycle Race" am Battery Park startend. Wir befuerchteten echt schon alles verpasst zu haben, als wir kurz nach 8 ankamen, aber die mehreren Tausend Fahrradfahrer waren immer noch versammelt. Was fuer ein Anblick! Menschenmeere mit Fahrraedern! Diese Stadt ist verrueckt. Wir kaempften uns durch die Massen um Fotos zu erhaschen und bekamen schon Schiss nicht rechtzeitig bis zum Start mehr rauszufinden. Gegenueber des Ground Zeros fanden wir Zuflucht und den perfekten Blick auf die Startlinie. Um 9h ging es los und alle mussten aufgrund der Dichte ihre Raeder schieben^^

Ich hatte inzwischen arge Bauchschmerzen (Stress) und wir suchten vergeblich eine offene Subway. Viele Meilen spaeter fanden wir eine und Simone, die sich den ganzen Tag schon Friseurplaene ausmalte wollte nun afrikansiche Zoepfe haben. Okay warum denn nicht.












Also ab nach Harlem, ohne irgendeinen Plan aber was soll's. Wir stiegen aus der Subway und wurden doch glatt von zwei afrikanischen Schoenheiten nach African Braids gefragt. Sowas... wir gingen mit denen mit, hinein in ein heruntergekommenes Gebaeude, dass wie ein Puff fuer's Haarflechten aussah. Simone suchte sich ihre Favoritenfrisur aus und zwei Stunden Schmerzen und Qualen konnten beginnen. Ich blieb am Anfang ganz aufmerksam und wollte jeden Schritt mitverfolgen, wurde dann aber zu muede. Irgendwann war die letzte Cornrow geflochten, Simone war klatschnass geschwitzt und zitterte, aber wir wurden erloest. 80$ aermer und ab zum Broadway, wo wir einen Markt fanden. Wie cool. Es war mittlerweile schon 14h und unertraeglich heiss. Wir sahen uns um, assen Maiskolben und mussten dem Moment des Abschieds ins Auge blicken.

Ach Mann... wenn die Tage doch oefters so sein koennten wie heute, dann wuerde ich nicht abbrechen. Aber man kann nicht wegen einem guten Tag die restlichen 6 voellig vergessen. Es war einfach so cool mit ihr. Man fuehlt sich frei und ungezwungen, erleichtert und erfrischt.  Wir haben so verrueckte Sachen gemacht, die wir in Deutschland nie haetten machen koennen und dafuer liebe ich New York und Simone... schon auf der Rueckfahrt musste ich an all den Stress denken der die naechsten Wochen auf mich zukommen wuerde.
Gott lass mich das ueberstehen!
Nina